Tipps gegen Kater – Effektiv und schnell den Kater bekämpfen

Einem ist speiübel und der Magen ist flau. Der Schädel brummt, die Zunge klebt am Gaumen und der Atem erinnert an einen frisch gedüngten Acker. Im Körper herrscht Dürre. Es ist Zeit für ein paar Tipps gegen Kater am Morgen danach – um (halbwegs) auf die Beine zu kommen oder einfach nur den Tag zu überleben.

Kater mit aufgerissenen Augen sitzt in geöffneter Fischdose

Wasser aus der Leitung

Zuerst einmal den Brand löschen! Am besten mit Leitungswasser. Es ist irritierend, aber Mineralwasser aus dem Supermarkt hat weniger Mineralien als Leitungswasser. Wasser aus der Leitung ist auch sauberer, da sich darin keinen Mikroplastik befindet. Und es ist umweltschonender, da es keinen Transportweg hat. Günstiger ist es ohnehin. Das Einzige was für Flaschenwasser spricht: Der Gang zum Späti oder Discounter bringt den Kreislauf in Schwung.

Den Brand nicht mit Sprudelwasser löschen. Die Kohlensäure reizt den ohnehin nervösen Alkohol-Magen.

Schnelle Abhilfe mit Anti-Hangover-Drinks

Das Prinzip ist simpel. In der Regel gleichen kommerzielle Katerdrinks oder Katerkuren wie one 47 den Mangel aus, der durch zu viel Alkohol entsteht. Die Elektrolyte und Vitamine kurieren den Körper und helfen der Leber beim Abbau von Giftstoffen.

Sind Kaffee & Softdrinks DIE Tipps gegen Kater?

Nach dem Aufstehen eine große Tasse Kaffee? Besser nicht: Koffein stresst den Körper mit Herzrasen. Daher ist Cola ebenfalls ungeeignet. Außerdem ist es schwierig, den Wasserhaushalt mit Koffein aufzufüllen. Beides ermuntert zum Wasserlassen.

Bei Limonade, Eistee und Energiedrinks gehen die Meinungen auseinander. Klar ist, Industriegetränke bestehen aus Zucker oder Süßstoff und künstlichen Aromastoffen. Chinesische Wissenschaftler der Yat-Sen Universität behaupten, Sprite sei das Mittel gegen Kater. Laut ihnen baut es das Acetaldehyd in der Leber am schnellsten ab. Ob das stimmt? Das belegt die Studie bis heute nicht. Manche sagen, Industriegetränke sind die Tipps gegen Kater, da sie viel Zucker enthalten. Andere sehen genau im Zucker das größte Problem, um die Katerstimmung loszuwerden. Mit anderen Worten: Jeder trinkt am Besten das, worauf er Lust hat und was er drin behält.

Konterbier – Fakt & Fake

Ein Kater ist ein kleiner Entzug. Ihm mit Bier ein Schnippchen zu schlagen, ist vergleichbar damit, einen Heroinabhängigen bei einer kalten Entgiftung mit Methadon zu helfen. In der Praxis lässt sich Gleiches mit Gleichem substi­tu­ie­ren. Doch der Körper bleibt groggy und die Symptome schieben sich auf die lange Bank. Somit ist ein Konterbier nicht sinnvoll.

Welches Katerfrühstück hilft?

Am Tag nach der Zeche folgt oft der Heißhunger. Dem geschwächten Körper fehlen Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Wasser. Deswegen sind Trinken und Essen die besten Tipps gegen Kater. Hauptsache der Magen verträgt es. Schon allein das bringt den Organismus auf Trab.

Käse hilft gegen Kater. Er ist voll von Mineralstoffen und Vitaminen.

Rührei – der Klassiker

Eier in die Pfanne rühren mit Tomaten, Zwiebeln und Käse. Dazu eine Prise Salz und Kater Adé? Es hilft allemal: Ei enthält Taurin, ein entzündungshemmender Stoff, der Giftstoffe in der Leber löst. Tomaten und Zwiebeln (Antioxidantien) arbeiten als rigoroser Radikalfänger im kaputten Kater-Körper. Und Käse und Salz bringen verlorene Mineralstoffe zurück in die Blutbahn.

Anti-Kater-Power-Food

Ran an die Elektrolyte! Anti-Kater-Power-Food hilft, sich rasch fitter zu fühlen. Ein karger Katerkörper braucht massig Natrium, Calcium, Kalium und Magnesium.

Hier steckt viel Natrium drin

Salami hat eine beachtliche Menge an Natrium. Vegetarier sind mit Schnittkäse bestens versorgt. Wer vegan seinen Natriumspiegel pusht, greift zu Reis und Oliven (auch ungesalzen oder nicht eingelegt). Natrium verteilt sich am Besten mit Calcium im Organismus.

Tipps gegen Kater sind Calcium und Kalium

Milchprodukte wie Joghurt, Quark und Käse sind ein wertvoller Calciumlieferant – unabhängig von der Fettstufe. Aber auch grünes Gemüse füllt die Reserven wieder auf. Kalium steckt in Pilzen, Bananen, Datteln, Bohnen, Käse, Spinat und Kartoffeln.

Auf die Beine mit Magnesium

Ohne Magnesium sind die Glieder flatterig. Hier schafft ein Müsli Abhilfe. Ein Mix aus Haferflocken, dunkler Schokolade, Nüssen, Sonnenblumenkernen, Beeren, Orangen, Bananen, Quark, Joghurt oder Milch wirken Wunder. Wem nach Herzhaftem zumute ist, kocht Kartoffeln, Fleisch und Fisch oder schnippelt grünes Gemüse, Fenchel, Meerrettich, Radieschen und Kohlrabi.

Hundeelend und flauer Magen?

Der gut gemeinte Rollmops ist mineralstoffreich, aber nicht jedermanns Sache. Als magenschonende Alternative eignet sich Brühe, Tomatensaft, ein paar saure Gurken mit Laugenbrezel oder Salzstangen. Das Salz sorgt für einen Natriumchlorid-Nachschub. Und die Säure hilft dem Körper, die Giftstoffe loszuwerden.

Kleine Kneippkur in der Dusche

Ab in die Dusche und mit ätherischen Duschgels erfrischen. Für die letzten Minuten zwischen warm und kalt wechseln. Das entgiftet den Körper, da es den Kreislauf ankurbelt.

Chillen und schlafen

Oft raubt der Kater einem jedes bisschen Energie. Eine sichere Methode ist, ihn auszuschlafen. Danach fühlt sich jeder besser.

Tüte frische Luft

Ein Spaziergang an der frischen Luft hilft immer. Der Kreislauf kommt in Schwung und der Sauerstoff lindert die Kater-Kopfschmerzen. Weiterer Vorteil: Draußen lässt sich auch die Restfettn-Depri (Katerdepression) wegbummeln. Diejenigen, die die eigenen vier Wände per se nicht verlassen, öffnen ein Fenster und kuscheln sich unter die Decke. Bewegungsalternative für Couch und Bett: Sex. Hilft auf jeden Fall gegen die Katerdepression.

Tipps gegen Kater, um Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und die Restfettn-Depri zu bekämpfen.

Das hilft bei Kater-Kopfschmerzen

Die Chemiekeule schwingen

Eines haben Paracetamol, Aspirin und Ibuprofen gemeinsam: Sie alle helfen gegen Kopfweh. Jedoch mit anderen Wirkstoffen. Bei einem Kater Finger weg von Paracetamol. Die Pillen bauen sich in der (ohnehin belastenden) Leber ab. Aspirin (Acetylsalicylsäure) eignet sich gut, vor allem wegen der antientzündlichen und fiebersenkenden Wirkung. Am besten schneidet Ibuprofen ab. Denn der Wirkstoff ist für die gereizte Magenschleimhaut am verträglichsten.

Pflanzenmittel und Homöopathie

Als pflanzlicher Ersatz gegen den Brummschädel ist Eukalyptus- und Pfefferminzöl genau das Richtige. Einfach das Öl auf die Schläfe und die Stirn verteilen. Das hemmt das Schmerzempfinden.

Friere den Schmerz ein!

Mit einem Eisbeutel, kaltem Waschlappen oder Kühlakku die Stirn kühlen. Die Gefäße verengen sich, das senkt den Schmerz und belebt den Geist.

Heilpflanzen statt Aspirin

Heilpflanzen wie Weidenrinde und Mädesüß funktionieren wie Aspirin. Nur pflanzlich und in schwächerer Form. Der Inhaltsstoff ist Salicylate, der Vorbote von Acetylsalicylsäure (ASS). Zugegeben, es schmeckt nicht – aber der Geschmack lässt sich mit Kapseln oder Tabletten umgehen.

Nicht abwarten sondern Tee trinken

Bewährt gegen Kater-Kopfweh haben sich Tees mit Ingwer, Rosmarin, Lindenblüten und Zitronenmelisse. Ebenfalls ein wirksames Heilmittel ist ein Espresso, egal ob mit oder ohne Zitrone (hierüber gibt es keine Belege). Das Koffein verengt die Blutgefäße und erhöht den Blutdruck. Vor allem bei denjenigen, die sonst wenig Kaffee trinken. Koffein hat aber auch negative Auswirkungen bei einem Kater, denn es regt das Wasserlassen an. Daher gilt Koffein als letzte Instanz.

Den Kopfschmerz unter der Zungen zergehen lassen

Mit Homöopathie den Kopfschmerz bekämpfen. Einfach alle Viertelstunde fünf Globuli „Nux vomica“ (Potenz D6) unter der Zunge zergehen lassen. Vier- bis fünfmal wiederholen und der Schmerz schwindet. Eine weitere schonende Alternative zu Chemie sind Schüssler Salze. Mit der Nr. 3 (Ferrum phosphoricum) und der Nr. 10 (Natrium sulfuricum) geht es einem bald besser.

Die Kater-Übelkeit bekämpfen

Erprobtes Hausmittel gegen Kater-Übelkeit ist Ingwer, ob gekaut oder als Tee. Die Bitterstoffe und ätherischen Öle der scharfen Wurzel helfen gegen den flauen Magen und gegen den Brechreiz. Gleichzeitig steigert Ingwer die Verdauung, wodurch der Magendruck sinkt. Auch Tees mit Fenchel, Kamille und Melisse wirken beruhigend. Wer nichts runterkriegt, versucht es mit dem Duft von Lavendel, Apfel und Zitrus. Am Besten als Öl oder Aromakerze.

Andere schwören auf Homöopathie wie die Schüssler Salze Nr. 5 (Kalium phosphoricum). Ebenso wie bei Kater-Kopfweh, hilft die Nr. 3 (Ferrum phosphoricum) auch gegen Übelkeit. Bei Sodbrennen neutralisiert Milch die Magensäure.

Alkohol-Fahne eliminieren

Ebenso unangenehm wie der brennende Geschmack ist der riechbare Fusel in der Atemluft. Mundwasser gurgeln und Zähneputzen reicht oft nicht aus. Das Kauen von Petersilie oder Minze eliminieren eine Trinker-Fahne. Genauso hilft frischer Ingwer: Entweder die Scheiben knabbern oder als Tee mit einem Spritzer Limette. Der Scharfstoff 6-Gingerol und die Ascorbinsäure der Limette regt die Produktion von Speichel an, was den üblen Atem lindert.

Kater vorbeugen – 14 Tipps die wirklich helfen
Ein Kater muss nicht sein! Mit diesen Tipps den Kater vorbeugen.

Was ist ein Kater?

Er ist der miserable Begleiter am nächsten Morgen. Der Kater (auch Katzenjammer) leitet sich von „Katarrh“ ab, was im Volksmund eine Erkältung und Schleimhautentzündung bezeichnet. Zuviel Alkohol ist Zellgift und somit entzündungsfördernd. Aber die Katerstimmung tritt erst auf, wenn wir ausnüchtern, also kein Alkohol mehr im Blut ist. Somit ist er ein Resultat aus den Stoffen, die beim Alkoholabbau entstehen.

Typische Kater-Symptome

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Durchfall
  • Licht- und Lärmempfindlichkeit
  • Wahrnehmungs- und Konzentrationsstörungen mit verminderter Reaktionsfähigkeit
  • Erhöhte Herzfrequenz, Müdigkeit, Erschöpfung und Katerdepression (Restfettn-Depri)
  • Brennende Augen, Augenringe und fahle Haut

Was passiert im berauschten Körper?

Forscher sind sich uneinig. Bis heute ist unklar, was den Kater verursacht. Nach langer Recherche lässt sich festhalten:

Den größten Job hat die Leber

Über neunzig Prozent des Alkohols baut die Leber ab. Sie spaltet den Trinkalkohol (Ethanol) mithilfe von ADH (Alkoholdehydrogenase) in den toxischen Stoff Acetaldehyd – der zehn bis dreizig Mal giftiger ist als Ethanol. Bei einem moderaten Alkoholkonsum verwandelt die Leber das Gift rasch in harmloses Acetat. Trinken wir exzessiv, staut es sich in der Leber an. Weitere fünf Prozent verpuffen mit der Atemluft. Und ob Winter oder Sommer, die Haut schwitzt ein bis zwei Prozent Alkohol aus.

Der Körper ist eine ausgequetschte Zitrone

Alkohol weitet die Blutgefäße im Gehirn. Dadurch ist das antidiuretische Hormon Vasopressin blockiert, das die Flüssigkeit im Körper reguliert. Ohne dieses Hormon speichert die Niere keine Flüssigkeit mehr und triggert die Harnblase, sich zu entwässern. Bei jedem Gang zum Klo verlieren wir wichtige Elektrolyte. Allerdings sind nur knapp zwei Prozent Alkohol im Urin. Somit lässt sich ein Rausch nicht ausscheiden.

Im Rausch zum Zombie-Körper

Zu den Abbauprodukten gehören auch freie Radikale, also reaktive Sauerstoffmoleküle. Diese kaputten Zellen klauen bei gesunden Zellen ein Elektron, und die beklauten Zellen klauen dann bei den gesunden Zellen ein Elektron – ein Teufelskreis beginnt. Daraus entsteht oxidativer Stress, was zu Kopfschmerzen führt. Außerdem verbraucht der Körper beim Abbauprozess enorme Mengen an Energie (Glucose), wodurch das Gehirn unterversorgt ist. Schlechte Laune ist die Folge. Ebenso gereizt wie wir, ist die Magenschleimhaut. Das beschert Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen und Durchfall. Damit nicht genug: Alkohol schränkt die Produktion der stimulierenden Aminosäure Glutamin ein, weswegen wir obendrein faul sind.

Besser vor dem Fest als nach dem Fest

Ich will ehrlich (und reif) sein: Der effektivste Tipp gegen Kater ist, seine Grenzen zu kennen und aufzuhören zu trinken, wenn sie erreicht sind. Ein Alkoholrausch ist kein Spaß für den Körper. Für ihn ist es mehr als nur ein Suff der letzten Nacht. Es schadet ihm. Kein Mittel, das den Kater bekämpft, heilt die Schäden, die durch einen Alkoholrausch entstehen. Sie helfen dem Ein oder Anderen auf die Beine – aber wissenschaftlich bewiesen ist das nicht. Wer aus der schmerzhaften Katernahkampferfahrung nichts gelernt hat und der Abstinenz trotzt, bereitet seinen Körper das nächste Mal auf das Trinken vor.

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